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#1964 Der Stress Kuss in der Wahrscheinlichkeitswolke

          Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Menschen beim Küssen "freiwillig" schützen, auch wenn sie das unter "normalen" Umständen niemals tun würden? Die Frage löst Widerwillen (Stress) aus und trotzdem schafft es ein weltumspannendes Ereignis, gesunde Menschen zu instrumentalisieren (Stress). In diesem Artikel erscheint das Wort (Stress) wiederholt in Klammern, um aufzuzeigen, wie der Mechanismus natürlicher Denkblockaden chronifiziert wird. 

 

          Die Erfahrung von Denkblockaden hat so gut wie jeder schon gemacht: Ausgerechnet wenn eine Information dringend (Stress) nötig gewesen wäre, scheint sie sich tiefer denn je in den Gehirnfalten verkrochen zu haben.  Begleiterscheinungen (Auslöser) von Denkblockaden sind in der Regel Situationen, in welchen wir unsere Komfortzone verlassen (Stress) müssen:

  • Eine besondere Herausforderung
  • Eine Prüfung
  • Ein Zwist
  • Eine Angst oder Panik
  • Eine Gefahr
  • Der Zahnarzt

u.v.a.m.

 

          Wo viel Energie benötigt wird, dort sorgt die Natur für Sparmassnahmen. Unser Gehirn macht gut 2-3% unseres Körpergewichts aus, verbraucht aber im Normalzustand rund 20% der bereitgestellten GesamtenergieBei anhaltendem Stress steigt sein Energieverbrauch exorbitant und landet zwangsläufig in einem Engpass. Nun geht es nur noch um die Aufrechterhaltung seiner Grundfunktionen und das Gehirn spart an den bewussten Vorgängen wie Denken und Konzentrationsfähigkeit. Mit anderen Worten, bei anhaltendem Stress, Angst und Panik sinkt die kognitive Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

 

Unser Verhalten wird für andere ein Stück weit voraussehbar.

 

          Ein Mechanismus, den nicht nur Wissenschafter, sondern auch präventive Wirtschaftszweige wie das Gesundheits- und Versicherungswesen, Riskmanagement, Politik und andere mehr erkannt haben und für ihre "Geschäftsmodelle" nutzen:

  • Gesundheitswesen: Wenn Sie sich nicht behandeln lassen, dann...(Stress)
  • Versicherungswesen: Wenn Sie nicht vorsorgen, dann...(Stress)
  • Riskmanagement: Wenn Sie nicht umstrukturieren, dann...(Stress)
  • Politik: Wenn Sie nicht mich wählen, dann...(Stress)

usw.

          Stresshormone hemmen die Bildung neuer Gehirnzellen. Diese behindern nicht nur das Wachstum neuer Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, sondern auch die Neuaufnahme von Informationen im Gedächtnis. Zur Erinnerung: Stresshormone sind die Information unseres Körpers, dass eine Gefahr (Stress) wohlmöglich Leib und Seele bedroht. Jetzt ist Geschwindigkeit (Stress) gefragt und unser Bewusstsein gleicht einem "Stand by Modus". Das ermöglicht mehr Energieressourcen, die wir nicht hätten, wenn wir noch darüber nachdenken müssten, die Hand von der heissen Herdplatte zu ziehen.


          Die instinktive Reaktion und die soeben gemachte Erfahrung (Stress) werden miteinander verknüpft und gespeichert. Das hilft uns, dieselbe Erfahrung (Stress) in Zukunft weitestgehend zu vermeiden: Wir wissen jetzt, wie es (Stress) sich anfühlt - im Beispiel der heissen Herdplatte. Dieses "sich anfühlen" spüren wir auch, wenn sich ein anderer Mensch in dieselbe Gefahr begibt - wir fühlen sozusagen mit (Stress), da die Verknüpfung zu unserer eigenen Erfahrung "messerscharf" abgerufen wird. Zwei Voraussetzungen sind zur Hauptsache notwendig, dass wir wieder aus dieser "Mitfühl-Nummer" rauskommen:

  • Je schneller es unserem Ratio (...und er ist nicht besonders schnell) gelingt zu erkennen, dass es sich nicht um die Realität handelt, desto schneller entspannen wir uns wieder. 
  • Je kürzer die Gefahrensituation andauert, um so leichter kann sich unser Körper wieder erholen.

          Es geht um den Stress Kuss in der Wahrscheinlichkeitswolke. Weshalb würden wir tun, was wir unter normalen Umständen nie tun würden? Bleibt die Gefahr (Stress) bestehen oder wird sie immer wieder von Neuem heraufbeschworen, so kann nur eine mässige Regeneration stattfinden, wenn überhaupt. Die Rede ist von chronischem Stress. Er löst unangenehme Heilungsprozesse (Stress) in Geist und Körper aus und hat einschneidende Auswirkungen auf unsere Leistungsfähigkeit für Denkprozesse und Konzentrationsfähigkeit. Das Perfide daran: Wir bemerken die eigenen Denkblockaden kaum und die vollständige Rekonvaleszenz (Stress) wird immer unwahrscheinlicher - wir werden "krank". Das ist der Moment, wo wir aus eigener Kraft (Stress) kaum mehr herauskommen und Unterstützung von aussen benötigen:

  • Scham: Ich will mir keine Blösse geben, ich habe versagt...
  • Narzissmus: Ich will bewundert werden...
  • Egoismus: Ich werde das selbst anpacken...
  • Altruismus: Ich will anderen nicht zur Last fallen...
  • Stolz: Ich brauche niemanden, der mir hilft...

u.v.a.m.

 

sind erfolgreiche Gegenspieler und Falscheinschätzungen, um Hilfe anzunehmen. Eine Ausnahme gibt es: Dort, wo Systeme uns die Eigenverantwortung abnehmen, sind wir schnell zur Stelle, ohne das uns die Konsequenzen bewusst sind.

          Es ist immer noch nicht klar, was das mit dem Stress Kuss in der Wahrscheinlichkeitswolke zu tun hat. Wer oder was sollte Menschen zu unnatürlichem Verhalten dieser Art veranlassen?

 

          Es ist möglich, wenn man das Prinzip der Routine versteht. Unser Gehirn liebt Routinen, denn damit spart es Energie ein. Das haben wir schon mal in einem anderen Zusammenhang gehört. Die Routine hat etwas mit unserer Komfortzone zu tun. Solange wir uns in ihr befinden, fühlen wir keine besondere Herausforderung. Das gefällt den meisten von uns. Werden wir jedoch aus unserer Komfortzone (Komm fort aus dieser Zone) unfreiwillig (Stress) herausgerissen, dann muss das Gehirn ausserordentliche Denkleistungen erbringen. Kurzzeitig kommt es damit gut zurecht, dauert es jedoch zu lange, dann kehren wir wieder in die Komfortzone zurück. Wenn wir beispielsweise abnehmen wollen, dann müssen wir bestimmte Alltagsroutinen (Stress) aufgeben.


          Das Überwinden kostet Energie, denn das Gehirn wird mit einer neuen Situation konfrontiert. Deshalb fällt es uns ausserordentlich leicht, nach kurzer Zeit wieder in die Alltagsroutine zurückzukehren. Die Chips sind längst aufgegessen, bevor es das Gehirn realisiert hat. Vielleicht haben wir etwas an Charakter abgenommen, bestimmt aber nicht die gewünschten Kilos. Das ist die eine Seite der Medaille.

 

          Wenn wir jedoch nicht mehr in unsere Komfortzone zurückkehren können, dann stehen wir unter Dauerstress (Schock) und die bereits erwähnten Denkblockaden treten zuverlässig in den Vordergrund. Dieser "Alarm" Zustand kann von unserem direkten Umfeld unangenehm empfunden werden. Für andere ist es eine Gelegenheit, uns zu helfen, weil wir dafür empfänglicher sind. Anderst verhält es sich, wenn wir keine oder nur vorgetäuschte Hilfe erfahren und zu einem "Systemschäfchen" (Verlust der Selbstverantwortung) mutieren. Das erste Schaf rennt los und die Herde folgt ihm ohne zu wissen, ob es in ihr Verderben trampelt. Zur Erinnerung: Bei anhaltendem Stress, Angst und Panik sinkt die kognitive Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

         Auf den Titel des Artikels bezogen wird es nun wahrscheinlicher, dass wir aus Angst (Stress) vor einer unsichtbaren und nicht greifbaren Gefahr resignieren. Eine Ohnmacht, wo weder Angriff noch Flucht die Gefahr abwenden kann - dafür jedoch vielleicht die Starre. In der Natur ist sie der letzte celvere Ausweg, mit dem "sich tot stellen" zu hoffen, dass der Angreifer von der Beute ablässt. In der modernen Realität ist es gleichbedeutend mit dem in Kauf nehmen des scheinbar geringeren Übels (Stress): Der Stress Kuss in der Wahrscheinlichkeitswolke, der als Metapher für ein besonderes menschliches Verhaltensmuster steht.  

 


          Das Ziel der Starre ist zur Hauptsache das Prinzip der Hoffnung: Hoffentlich ist bald alles (der Albtraum, der Irrsinn, der Wahnsinn) vorbei. Steigt jedoch die wahrgenommende Gefahr weiter an, beispielsweise durch Stress verstärkende Massnahmen, kommt das Gehirn nicht mehr zur Ruhe. Es ist im dauerhaften Ausnahmezustand. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gefahr real ist oder in der Gegenwart mit den im Unterbewusstsein verknüpften "Gefahrungen" (Erfahrungen mit Gefahr) aus der Vergangenheit verbunden sind. Das Gehirn kann das augenblicklich nicht unterscheiden, da der Ratio unterbunden ist. "Otto Normalverbraucher" kann nun nicht mehr anderst.

 

          Der Geist der Neuzeit ist spannender als je zuvor. Wer sich jedoch darin verliert, riskiert "erstarrenden Stress". Die Flut von alternierenden, sich immer wiederholenden (Social-) Medien und Berichterstattungen, ungewöhnliche Massnahmen, Verdikte und Mainstream Bewegungen können lähmende (erstarrende) Auswirkungen auf unsere Denkweise, auf unser Verhalten und unser Wohlbefinden haben. Wenn weder Angriff und Flucht, noch Starre als letzter cleverer Hoffnungsweg helfen, gibt es dann noch einen Ausweg?

 

Die Antwort ist JA!

(Im nächsten Blog Beitrag #1965)